Für die die es gesehen haben zu aller erst, mir geht es gut. Bis auf ein paar Schürfwunden und blauen Flecken ist mir und dem Team nichts passiert. Auch der Bob hat nur kleine Blesuren abbekommen.

Was war passiert?

Beim 2. Rennlauf zum ersten 4er Bob-Weltcup in Lake Placid sind wir gestürtzt. Nach dem 1. Rennlauf lagen wir auf Platz 7 in aussichtsreicher Position und wollten nochmal angreifen. Mit der insgesamt zweitbesten Startzeit ist uns dies auch gelungen, nur leider hat ein kleiner Fahrfehler uns ein besseres Ergebnis als Platz 14 gekostet. Dennoch sind wir recht positiv gestimmt, weil wir gesehen haben, dass wir nicht nur am Start voll mit dabei sind, sondern auch ein gutes Gesamtergebnis erreichen können.

Mit dieser positiven Stimmung ging es anschließend zur zweiten Übersee-Station nach Calgary. Hier, auf der Olympiabahn von 1988, steht ab dem 19.12. der 2. Weltcup an. Das 2er Bobrennen beginnt am Freitag um 17:30 Uhr Ortszeit und wird am Samstag im ARD zusammengefasst. Dies wird auch mein erster Einsatz im 2er Bob-Weltcup sein, bei dem ich mit meinem Piloten Francesco Friedrich an den Start gehen darf. Am darauf folgenden Samstag findet dann der 4er Bobwettbewerb statt, bei dem wir unseren missglückten Auftakt vergessen machen wollen.

Also drückt die Daumen und schaut euch jeweils die Zusammenfassung im ARD an, ich werde danach wieder hier berichten!

Nach etwas längerer Ruhephase hier auf meiner Homepage, möchte ich der Seite wieder etwas mehr Leben ein hauchen. Leider erscheint die Homepage noch nicht in einem neuen Design, aber wenigstens aktuelle Artikel möchte ich euch bieten!

Ab dem 12.12.14 beginnt die neue Weltcupsaison mit dem ersten 2er Bobrennen in Lake Placid (USA). Einen Tag später erfolgt dann das 4er Rennen, bei dem ich mit dem Team Friedrich antrete.

Unsere Saison begann schon ein paar Wochen früher, mit Testfahrten in Oberhof und Königssee sowie der innerdeutschen Selektion in Winterberg, Altenberg und Königssee. Nach dem Sieg im 2er Rennen und dem 2. Platz im 4er Rennen bei der ersten Selektionsstation, wurden wir vom Cheftrainer vorbehaltlich für den Weltcup nominiert. Grund war der parallel zum zweiten Selektionsrennen ausgetragene Europacup in Innsbruck Igls, bei dem es schon um FIBT Punkte für die Rangliste ging. Außerdem hatte wir dort die Möglichkeit uns schon mit einigen Teams aus der europäischen Spitze zu messen. Also ging es von Winterberg nach Innsbruck.

In Innsbruck haben wir unsere Aufgabe zu 100 % erfüllt und alle EC-Rennen gewonnen. Zwei im 2er und zwei im 4er Bob. Mit diesem Ergebnis ging es anschließend zur letzten Selektion an den Königssee. Am Königssee konnten wir nochmal den 2er Bob gewinnen und mit einem 2. Platz im 4er Rennen unsere Nominierung für die erste Weltcuphälfte nachdrücklich bestätigen.

Nahezu unmittelbar an die Selektion schloss sich der Abflug in die USA und Kanada an, wo wir uns aktuell auf spannende und hoffentlich erfolgreiche Weltcuprennen freuen. Den Anfang macht Lake Placid und am 19./20.12. folgen die Weltcuprennen in Calgary (CAN).

Ich werde hier von den Rennen berichten, also dürft ihr weiter gespannt bleiben.

 

Nach einem für mich sehr guten Anschubtest am 28.12. bin ich als Ersatzmann in den Weltcup aufgestiegen. Das alleine war schon eine große Überraschung und erfüllte mich mit großem Stolz. Zusätzlich rückte ich so in den Fokus für Olympia und durfte mir begründete Hoffnung als Ersatzmann machen. Diese Entscheidung fiel bei meinem ersten Weltcupstandort in Innsbruck-Igels. Dort wurde ich als Ersatzmann für die Olympioniken bestätigt! Das bedeutet für mich, mich während der Olympischen Spiele fit zu halten und jederzeit auf Abruf bereit zu sein.

 

In Innsbruck habe ich zum ersten Mal den ganzen Rummel einer Weltcupwoche wahrgenommen. Ich bin nicht zum Einsatz gekommen, konnte allerdings viel kennenlernen!

 

Nach einer Woche in Innsbruck, ging es weiter zum Königssee, wo neben dem letzten Weltcup auch die Europameisterschaften ausgetragen wurden. Ich war gespannt auf den Heimweltcup, weil ich schon die grandiose Stimmung in Winterberg beim Weltcup mitbekommen hatte. Allerdings galt es vorher die Trainingsfahrten gut zu meistern. Da einige Anschieber geschont wurden, kam ich zu meinen ersten Weltcuptrainingsfahrten. Dabei konnte ich mich recht gut präsentieren und zeigen, dass ich zu Recht die Anforderungen an einen guten Ersatzmann erfüllte! An einen Einsatz im Weltcup war dennoch nicht zu denken. Aber da man ja niemals nie sagen soll, kam es wie aus heiterem Himmel zu meinem ersten Weltcupeinsatz in meiner ersten Bobsaison.

Am 4er Bob Wettkampftag durfte/musste ich dann schnell vor dem zweiten Lauf den verletzten Anschieber von Thomas Florschütz ersetzen und kam so zu meinem Einsatz. Wie schon im Training klappte alles ganz gut und unten im Ziel angekommen konnte ich das ganze so langsam realisieren und mich freuen. Mit dem 7.Platz in der EM-Wertung und dem 9.Platz im Weltcup war das Team natürlich nicht zufrieden, allerdings überwog bei mir in diesem Moment die Freude über den ersten Weltcupeinsatz.

 

Mit diesem Gefühl ging es zurück nach Dresden, wo die Vorbereitung auf zwei weitere Aufgaben anstand. Davon Berichte ich in nächster Zeit, bleibt also neugierig

 

Gruß Martin.

 

Europacup in Altenberg und Königssee

 

Durch meine guten Leistungen während der Selektion zum Europacup (EC) im Bobteam Klammer, durfte ich, nach geglückter Qualifikation, auch im EC mit Albrecht Klammer an den Start gehen.

 

Zunächst stand der erste EC in Altenberg an, welcher unmittelbar nach meiner Rückkehr aus Sotchi startete. Ich war für den 2er Bob vorgesehen und da sollten in Altenberg zwei 2er Rennen stattfinden. Das erste Rennen fand trotz Schneefalls planmäßig statt und es war sowohl für mich als auch für meinen Piloten Albrecht Klammer der erste EC-Einsatz. Dementsprechend groß war die Spannung und Aufregung. Mit einer späten Startnummer aber einer ausgezeichneten Fahrt und Materialwahl, fuhren wir auf den ersten Platz vor! Diesen galt es im zweiten Lauf zu verteidigen und dann würde die Sensation perfekt sein. Nach einem abermals guten Start (3.beste Startzeit im Feld) und einer grandiosen Fahrt, landeten wir tatsächlich auf dem ersten Platz. Was für eine Sensation, der Sieg bei unserem ersten Europacup!

 

Am nächsten Tag stand der zweite 2er EC in Altenberg an. Allerdings wurde dieser wegen zu starkem Nebel abgesagt und so konnten wir unseren Heimvorteil kein zweites Mal ausspielen. Dennoch waren wir riesig zufrieden, denn an diesem Tag fanden noch die Siegerehrungen statt. Die Siegerehrung war ein Highlight in meiner sportlichen Karriere, weil zum ersten Mal die deutsche Nationalhymne für mich gespielt wurde! Was für ein erhabener Moment.

 

Anschließend war eine Woche Zeit für Heimtraining eingeplant, bevor es mit dem EC in Königssee weiter ging. Die Trainingsfahrten in Königssee verliefen ganz gut, aber erst zum Wettkampftag zeigten wir unsere beste Leistung. In unserem einzigen Rennen in Königssee erreichten wir durch eine super zweite Fahrt noch den 2. Platz. Damit waren wir natürlich sehr zufrieden, denn wir standen erneut auf dem Siegerpodest und wurden nur von dem deutschen Team Walther/Bauer geschlagen. An den weiteren Wettkampftagen waren wir lediglich als Spurbob im Einsatz.

 

Im neuen Jahr hoffe ich jetzt auf weitere Einsätze im Europacup und bin gespannt auf den vorolympischen Test am 28.12. in Oberhof.

 

Privijet – Hallo wie man auf Russisch sagen würde. Hier nun mein angekündigter Bericht von der internationalen Testwoche in Sotchi.

 

Nach meinen ersten Bobfahrten und offiziellen Wettkämpfen im Bobsport, war die ITW mein nächster Höhepunkt im neuen Sport! Hierbei standen für alle eingeladenen Nationen Testfahrten auf der Olympiabahn im Vordergrund. Bis auf die Russischen Teams, waren alle Topnationen anwesend. Es war also meine erste Gelegenheit internationales Flair zu schnuppern. Natürlich schaute ich mal hier und dort, aber im Großen und Ganzen machen die anderen Nationen nichts anderes als wir auch. Zumal wir, als eine der führenden Nation, eher unter Beobachtung standen! Ich verspürte allerdings keinen allzu großen Druck trotz Beobachtung und dem eigenen Anspruch immer eine gute Leistung zu erbringen und so absolvierten wir im Team Friedrich solide Fahrten. Als Team sind wir zu jeder Zeit geschlossen aufgetreten und hinterließen so, auch ohne die Etablierten, einen guten Eindruck. Ein Teil des Teams Friedrich war zu diesem Zeitpunkt in Deutschland geblieben und bereitete sich in einem Trainingslager gezielt auf den Weltcup vor. In Sotchi waren nur Francesco, Candy, Florian und ich vertrete.

 

Der besondere Reiz der ITW waren natürlich nicht nur die Testfahrten sondern auch das Ganze drum herum eines olympischen Austragungsortes, quasi unmittelbar vor den Spielen. Die Bobbahn befindet sich etwa anderthalb Stunden von Sotchi-Stadt entfernt in den Bergen. Auf neu gebauten Straßen fährt man durch etliche Täler, bis man zu einer komplett neu gebauten Stadt kommt. Wobei Stadt übertrieben erscheint, denn es handelt sich schlicht um eine aneinander Reihung von gigantischen Hotels, Liftanlagen, Supermärkten und einem Bahnhof -das Ganze in ein winziges Tal hineingepresst. Eine Serpentinstraße führt vom Tal hinauf, unteranderem auch zur Bobbahn. Das ganze Areal ist ebenfalls komplett neu errichtet worden und kann nur durch eine Sicherheitsschleuse mit Taschen- und Personenscanner, ähnlich wie am Flughafen, betreten werden. Hat man die Schleuse passiert, stehen immer noch in jeder Kurve Polizisten und kontrollieren die Akkreditierung. Nach kurzer Fahrt in Transportern kommt man zum Startkomplex. Dort befinden sich das Starthaus, der Rodel- und Bobstart sowie diverse sanitäre Einrichtungen. Außerdem liegt in der dritten Etage ein ca. 80m langer Tartanschlauch, welcher zur Erwärmung dient. Alles in allem ist es ein sehr moderner und gigantischer Komplex.

 

Nach zwei Wochen war die ITW in Sotchi beendet und es ging zurück nach Deutschland, wo schon die nächsten Höhepunkte warteten.

 

Jetzt ist es bald soweit und nach einer intensiven Trainingsphase steht mir meine erste Bobsaison bevor! Die Spannung steigt und auch meine erste Bobfahrt zeichnet sich ab. Bevor es allerdings soweit ist, steht am 29.09. in Oberhof der Zentrale Leistungstest (ZLT) für alle Anschieber an. Beim ZLT gilt es sich mit guten Leistungen für die jeweiligen Teams zu qualifizieren und für weitere Aufgaben zu empfehlen.

 

Mein Einstieg in die Welt des Bobsports sollte eigentlich schon eine Woche eher beim Eisstartwettkampf in Oberhof am 21.09. erfolgen, allerdings bremst mich eine kleine Verletzung an der linken Wade aus. Ich hoffe schnell wieder zu 100 % einsatzfähig zu werden, um am 29.09. eine gute Leistung zu zeigen!