Privijet – Hallo wie man auf Russisch sagen würde. Hier nun mein angekündigter Bericht von der internationalen Testwoche in Sotchi.

 

Nach meinen ersten Bobfahrten und offiziellen Wettkämpfen im Bobsport, war die ITW mein nächster Höhepunkt im neuen Sport! Hierbei standen für alle eingeladenen Nationen Testfahrten auf der Olympiabahn im Vordergrund. Bis auf die Russischen Teams, waren alle Topnationen anwesend. Es war also meine erste Gelegenheit internationales Flair zu schnuppern. Natürlich schaute ich mal hier und dort, aber im Großen und Ganzen machen die anderen Nationen nichts anderes als wir auch. Zumal wir, als eine der führenden Nation, eher unter Beobachtung standen! Ich verspürte allerdings keinen allzu großen Druck trotz Beobachtung und dem eigenen Anspruch immer eine gute Leistung zu erbringen und so absolvierten wir im Team Friedrich solide Fahrten. Als Team sind wir zu jeder Zeit geschlossen aufgetreten und hinterließen so, auch ohne die Etablierten, einen guten Eindruck. Ein Teil des Teams Friedrich war zu diesem Zeitpunkt in Deutschland geblieben und bereitete sich in einem Trainingslager gezielt auf den Weltcup vor. In Sotchi waren nur Francesco, Candy, Florian und ich vertrete.

 

Der besondere Reiz der ITW waren natürlich nicht nur die Testfahrten sondern auch das Ganze drum herum eines olympischen Austragungsortes, quasi unmittelbar vor den Spielen. Die Bobbahn befindet sich etwa anderthalb Stunden von Sotchi-Stadt entfernt in den Bergen. Auf neu gebauten Straßen fährt man durch etliche Täler, bis man zu einer komplett neu gebauten Stadt kommt. Wobei Stadt übertrieben erscheint, denn es handelt sich schlicht um eine aneinander Reihung von gigantischen Hotels, Liftanlagen, Supermärkten und einem Bahnhof -das Ganze in ein winziges Tal hineingepresst. Eine Serpentinstraße führt vom Tal hinauf, unteranderem auch zur Bobbahn. Das ganze Areal ist ebenfalls komplett neu errichtet worden und kann nur durch eine Sicherheitsschleuse mit Taschen- und Personenscanner, ähnlich wie am Flughafen, betreten werden. Hat man die Schleuse passiert, stehen immer noch in jeder Kurve Polizisten und kontrollieren die Akkreditierung. Nach kurzer Fahrt in Transportern kommt man zum Startkomplex. Dort befinden sich das Starthaus, der Rodel- und Bobstart sowie diverse sanitäre Einrichtungen. Außerdem liegt in der dritten Etage ein ca. 80m langer Tartanschlauch, welcher zur Erwärmung dient. Alles in allem ist es ein sehr moderner und gigantischer Komplex.

 

Nach zwei Wochen war die ITW in Sotchi beendet und es ging zurück nach Deutschland, wo schon die nächsten Höhepunkte warteten.

 

Jetzt ist es bald soweit und nach einer intensiven Trainingsphase steht mir meine erste Bobsaison bevor! Die Spannung steigt und auch meine erste Bobfahrt zeichnet sich ab. Bevor es allerdings soweit ist, steht am 29.09. in Oberhof der Zentrale Leistungstest (ZLT) für alle Anschieber an. Beim ZLT gilt es sich mit guten Leistungen für die jeweiligen Teams zu qualifizieren und für weitere Aufgaben zu empfehlen.

 

Mein Einstieg in die Welt des Bobsports sollte eigentlich schon eine Woche eher beim Eisstartwettkampf in Oberhof am 21.09. erfolgen, allerdings bremst mich eine kleine Verletzung an der linken Wade aus. Ich hoffe schnell wieder zu 100 % einsatzfähig zu werden, um am 29.09. eine gute Leistung zu zeigen!

 

Ich habe es geschafft! Bei den Deutschen Meisterschaften am Wochenende in Ulm habe ich meine letzte Runde gedreht. Als Startläufer der 4x400m Staffel des Dresdner Sportclubs, gelang mir zum Abschluss meiner 400m-Karriere, nochmal ein sehr schönes Rennen. Insgesamt wurden wir mit dem 6. Platz belohnt und in Anbetracht der recht starken Konkurrenz, waren wir alle mit dem Ergebnis zufrieden.

 

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Ich habe dieses Wochenende sehr genossen und nochmal alle Eindrücke rund um die Deutschen Leichtathletik Meisterschaften aufgesogen. Diese werde ich für immer abspeichern und nie vergessen. Ich habe viele unterschiedliche Momente mit meiner Liebe, den 400 Metern, erlebt aber vor allem positive für mich und das Leben. Ganz besonders im Stadion in Ulm, in welchem ich 2009 Deutscher Meister auf der Bahn 6 wurde! Daher lag es mir nah, mich ganz besonders von dieser Bahn zu verabschieden.

 

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Immer, wenn ein Kapitel zu Ende geschrieben ist, beginnt auch ein neues - so auch in meinem sportlichen Werdegang. In nächster Zeit werde ich mich voll dem Anschub im Bobsport widmen, weil ganz ohne Sport, kann ich doch noch nicht Sein!

Also bleibt gespannt …

 

Es ist entschieden! Der Dresdner Sportclub (DSC) wird am kommenden Wochenende (06./07.07.13) eine 4x400m Staffel zu den Deutschen Meisterschaften nach Ulm entsenden.

 

Trotz meiner leistungssportlichen Umorientierung, hin zum Bobsport, habe ich mich bereit erklärt diese Staffel zu unterstützen! Damit werde ich vier Jahre nach meinem Sieg bei den Deutschen Meisterschaften 2009 wieder einen 400m Lauf in Ulm absolvieren. Für mich schließt sich somit ein Kreis und ich werde mich mit diesem Lauf von der professionellen 400m-Bühne verabschieden! Ich freue mich auf meinen letzten 400m-Einsatz auf nationalem Terrain und Blicke voller Stolz, Zufriedenheit sowie mit etwas Wehmut auf die vergangenen 12 Jahre mit Höhen und Tiefen zurück. Allerdings bin ich auch genauso gespannt auf neue Erfahrungen und Erfolge im weiteren sportlichen Werdegang.

 

See you in Ulm!

 

Nach etwas längerer Zeit melde ich mich mal wieder auf meiner Homepage zur aktuellen Situation. Wie schon einige wissen und es auch bereits in den unterschiedlichsten Medien berichtet wurde, gibt es bei mir eine etwas größere sportliche Veränderung.

 

Nach der Hallensaison, mit vielen Auf und Ab`s sowie der erneuten verletzungsbedingten Startabsage bei den Deutschen Hallenmeisterschaften, hatte ich mir Gedanken gemacht, wie es sportlich bei mir weiter gehen kann. Ich war sehr nieder geschmettert und hatte alle möglichen Szenarien im Kopf. Relativ schnell war mir klar, dass ich keine Motivation mehr verspürte mich für das aufwendige 400m-Training zu quälen, wenn ich dann im Wettkampf keine entsprechende Leistung erziele bzw. erst gar kein Start zustande kommt.

 

In dieser Zeit ergab sich die Möglichkeit meine Fähigkeiten beim Anschub im Bobsport zu testen. Da ich schon immer davon fasziniert war und es irgendwann mal ausprobieren wollte, sah ich die Gelegenheit als günstig an. Ich stellte mich nicht allzu schlecht dabei an und mir wurde ein gewisses Talent bescheinigt. Nach ein paar Gesprächen mit Trainern, Familie, Freunden und Sponsoren, habe ich mich entschieden keine 400m mehr zu rennen und mich dem Anschub im Bobsport zu zuwenden. Ich trainiere also aktuell weiter unter meinem Trainer Jochen Wiedemann vermehrt Kurzsprint für ein paar Wettkämpfe im Sommer über 100m und 200m sowie Kraft für den Anschub im Winter. Der Leichtathletik gehe ich also vorerst nicht verloren, nur habe ich meinen Fokus in Richtung Anschub verlegt.

 

Mit dem amtierenden Zweierbob Weltmeister Francesco Friedrich und seinen Anschiebern, habe ich ein Bobteam gefunden, welches mich sehr freundlich und unterstützend aufgenommen hat. Die Rahmentrainingspläne erhält das Bobteam-Friedrich vom erfahrenen Trainer Gerd Leopold.

 

Meine Hallensaison ist beendet und mal wieder nicht so wie ich es geplant hatte. Am Wochenende war eigentlich ein Start bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund vorgesehen. Nachdem ich mich recht knapp für die Teilnahme qualifiziert hatte, musste ich nach der unmittelbaren Wettkampferwärmung von einem Start Abstand nehmen. Eine muskuläre Verhärtung der linken Aduktorenmuskulatur verhinderte leider mein Eingreifen in das Wettkampfgeschehen. Diese kleine Verletzung habe ich mir wahrscheinlich beim Abschlusstraining zu den Meisterschaften am Mittwoch davor zugezogen.

 

Jetzt stehen erst mal ein paar ruhige und trainingsfreie Tage auf dem Plan und anschließend setzte ich mich mit meinem Trainer und der Trainingsgruppe zusammen und wir planen den weiteren Weg.